Der Spiegel Online Artikel mit dem Titel „Altlasten entsorgen – Windows richtig deinstallieren“ erregte meine Aufmerksamkeit. Würde ich hier erfahren, wie ich Windows endgültig entsorge? Nein, es geht um etwas Anderes. Der Autor vermischt in diesem Artikel Tipps zum vermeintlich einzig wahren Weg der Windows-Installation mit irrigen Annahmen über gelöschte oder noch vorhandene Dateien auf der Festplatte.
„Eine saubere Neuinstallation ist einem einfachen Update stets vorzuziehen […]“
heißt es da. Prinzipiell schließe ich mich dieser Meinung an. Lediglich das „stets“ stört denn doch etwas. Wer viele Programm installiert hat, wird sich die Windows-Neuinstallation lieber sparen wollen und ein Upgrade beispielsweise von Windows Vista auf Windows 7 vorziehen, soweit das möglich ist.
„Deshalb empfiehlt es sich, den Computer komplett zu formatieren und anschließend das neue Betriebssystem zu installieren“
Den Computer wird man hier wohl hoffentlich nicht neu formatieren. Ich formatiere jedenfalls lieber die Festplatte und nicht den PC.
Aber jetzt wird es richtig kompliziert:
„Eine Freeware zum sicheren Löschen von Windows ist zum Beispiel DBAN (Darik’s Boot and Nuke). […] „
Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen und einiges durcheinander gebracht. Beim Löschen von Dateien entfernt Windows nur die Verweise in der FAT oder MFT, die eigentlichen Daten bleiben erhalten. Mit einem Undelte-Programm lassen sich die vermeintlich gelöschten Dateien wieder herstellen. Wer seine Festplatte oder seinen PC verkaufen möchte und nicht will, das der Käufer persönliche Daten einsehen kann, greift dann zu einem Lösch-Programm wie DBAN. Eine Windows-Partiton vor der Neu–Installation so zu behandeln ist Unsinn. Übrigens löschen auch Windows Vista (ab Service Pack 1) und Windows 7 beim Formatieren die Daten sehr gründlich. Wenn man hier nicht die Schnellformatierung wählt, werden alle Sektoren mit Null überschrieben (genullt). Das ist sicher genug (siehe Artikel „Sicheres Löschen: Einmal überschreiben genügt“ aus der c’t).
Weiter heißt es:
„Ein gutes Beispiel sei die Neuinstallation von Windows XP. Formatiert der Nutzer nur die Partition, auf der sich das Betriebssystem befindet und installiert in diesen Bereich XP erneut, findet das System alte Benutzerkonten und Dateien – und plötzlich erscheinen beispielsweise zwei Windows-Ordner auf dem Arbeitsplatz.“
Das ist nun kompletter Unsinn. Wenn eine Festplatte formatiert ist, findet Windows bei der Neu-Installation von den alten Daten garantiert nichts mehr.







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